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Zweiter Offener Brief an den Aufsichtsrat der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden

Satzungstreue und Anstand!

Sehr geehrte Herren Aufsichtsräte,

wir fordern Sie hiermit nochmals nachdrücklich auf, dem Ihnen bekannten Begehren von ca. 1.000 Vereinsmitgliedern für eine Außerordentlichen Mitgliederversammlung (AOMV) unverzüglich – so wie es die Vereinssatzung in § 3 Absatz 3.1 vorsieht – Folge zu leisten und eine derartige Versammlung anzuberaumen! Die bestätigten Unterlagen zur Erfüllung des satzungsgemäßen Quorums liegen Ihnen spätestens seit dem 28.05.2009 vor. Nutzen Sie dazu alle Ihnen zur Verfügung stehenden organisatorischen Möglichkeiten zur Beratung und Entscheidung.!

Ein Verzögern der satzungskonformen Anberaumung durch Anwendung von hinlänglich bekannten Tricks in Sachen Terminplanung, Tagesordnung, Beschlussfähigkeit o.ä. entspräche nicht Ihrem satzungsgemäßen Auftrag als gewählte Vertreter der Mitgliedschaft sowie der Würde des Amtes und ist in seiner Wirkung schlicht satzungsverletzend und auch unanständig.

Ein möglicher Verweis Ihrerseits auf eine notwendige Übergangsfrist zur Aufrechterhaltung der Handlungsunfähigkeit dieses Aufsichtsrates ist ggf. überflüssig. Zum Ersten beschreibt die Vereinssatzung das Verfahren eindeutig – es besteht kein terminlicher und sonstiger Spielraum hinsichtlich der Anberaumung einer mit dem festgesetzten Quorum ordentlich beantragten AOMV! Zweitens ist die Entscheidung der Mitgliedschaft in der AOMV abzuwarten. Drittens sollten Sie fest davon ausgehen, dass die Antragsteller gerade aus den schmerzlichen Erfahrungen in Folge der Tätigkeit des in Kritik stehenden Teils des Aufsichtsrates und der dabei eingetretenen, nachhaltigen Schäden für den Verein, bewußt den Handlungsspielraum dieses Aufsichtsrates beschränken wollen!

Die betroffenen Aufsichtsräte können der Situation auch mit einem Rücktritt zur nächsten Sitzung des Gremiums (am 11.06.2009) gerecht werden. Denn alle Entscheidungen, welche Sie jetzt noch in alter Besetzung treffen würden, sind mit dem Makel behaftet, dass diese dann u.a. einige Aufsichtsräte verantworten, welche unmittelbar vor einer Entscheidung über ihre Abwahl stehen. Dies ist ein demokratisch und auch moralisch schlechter Stil!

Hinsichtlich einer evtl. erforderlichen Nach- bzw. Neuwahl des Aufsichtsrates können Sie bzw. das Vereinspräsidium, bei der dann nötigen kurzfristigen Suche von geeigneten Kandidaten, jederzeit auf uns zählen.

Halten Sie weiteren Schaden vom Verein und Ihrem Gremium fern und befolgen Sie unverzüglich die Regelungen der Vereinssatzung und den Willen von fast 1.000 Mitgliedern! Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass wir Tricks und Verzögerungen nicht hinnehmen werden! Daß dies keine leeren Versprechungen sind, sollte Ihnen ja inzwischen ausreichend bekannt sein.

Wir erwarten von Ihnen nichts mehr als Satzungstreue und Anstand!

Dresden, den 04. Juni 2009
Unterzeichner:

ProFans | Ultras Dynamo | Fangemeinschaft Dynamo e.V. | Pro RHS

Quelle: Fangemeinschaft Dynamo Dresden

In Unterzahl verliert Dynamo gegen Düsseldorf

Dynamo verliert auch das zweite Spiel in Folge, diesmal jedoch nicht gegen einen Abstiegskandidaten sondern gegen einen Aufstiegskandidaten. So nun aber erst mal zum positiven am Spiel, Benjamin Kirsten kam zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz und machte eine recht ordentliches Spiel. Kirsten kam auf Grund der Verletzung von Stammtorhüter Axel Keller zu seinem ersten Einsatz den sich auch sein berühmter Vater Ulf Kirsten ansah. Dieser sah in den ersten 20 Minuten keine einzige Chance, da sich beide Teams abtasteten und in der Abwehr nix zuließen. In der 33.Minute hätte Dynamo beim ersten richtigen Angriff in Führung gehen können, doch Halil Savran scheiterte am Innenpfosten, zuvor bekam er den Ball schön von Sascha Pfeffer zugespielt und stand am Ende alleine vor Fortuna-Torwart Michael Melka. Danach flachte das Spiel wieder ab, erst in der 40. Minute konnte Ranisav Jovanovic, Andreas Lambertz in der Mitte des Strafraums bedienen. Lambertz schoss aus 5 Meter ohne Mühe ein, Benjamin Kirsten kann man hier definitiv keinen Vorwurf machen. Das waren dann auch die ersten 45 Minuten.
Nach der Pause war Dynamo die etwas aggressivere Mannschaft, doch erst in der 61. Minute bekam Pergl den Ball in den Lauf und an Torwart Melka vorbei, doch der Ball hatte zu wenig Schwung und kam nicht über die Linie, Savran probierte nach zusetzen doch ein Fortune war eher am Ball und klärte zur nächsten Ecke. Kurz darauf kam Bröker zum Kopfball, doch verfehlte doch um einen guten Meter. Fortuna wurde dadurch wach und spielte jetzt wieder nach vorne, Kirsten konnte jedoch die Chancen von Lambertz, Lawarée und Jovanovic parieren. In der 76. Minute ging dann auch noch Thomas Hübener mit glatt Rot vom Platz. Weder Fortuna noch Dynamo konnte die Chancen die sich ergaben nutzen und das Spiel endete mit 1:0.
Tore:1:0 Lambertz (40.)
Dynamo: Kirsten, Oppitz, Pergl (73. Müller), Hübener, Nikol, Pfeffer, Truckenbrod, Wagefeld, Dobry, Savran, Bröker
Rote: Hübener (78.)

Offener Brief an den Aufsichtsrat der SG Dynamo Dresden

Unser Aufsichtsrat – ständige Quelle von Unruhe und Fehlentwicklungen im Verein!

Sehr geehrte Herren,

die aktuelle Saison hat der SG Dynamo Dresden nicht nur sportlich, sondern wieder einmal auch wirtschaftlich sehr viel Aufregung beschert. Nachdem die Stadt Dresden im Mai 2008 dem Verein ein Darlehen in Höhe von ca. 1,25 Millionen Euro ausgereicht und damit eine Insolvenz abwenden konnte, war die Hoffnung groß, dass zukünftig nur noch sportliche Schlagzeilen geschrieben werden und Ruhe in den Verein einkehrt. Leider erfüllte sich dieser Wunsch der Mitgliedschaft nicht. Das gesamte Vereinsgeschehen wurde in den letzten Wochen von der unendlichen Diskussion über die Nutzungsverträge des neuen Dynamostadions geprägt. Damit verbunden war das wiederholte Eingeständnis der Geschäftsführung für eine erhebliche Etatunterdeckung im Geschäftsjahr 2008/2009 in Höhe von einer knappen Million Euro. Nur durch den Abschluss des Nutzungs- und Vermarktungsvertrages für das Stadion, Sparmaßnahmen unter der Federführung von Stefan Bohne in Höhe von 200.000 Euro sowie der Bereitstellung eines Darlehens durch Herrn Dr. Kölmel konnte diese Differenz ausgeglichen und der Verein somit gerettet werden. Das zweite Geschäftsjahr in Folge wird unter ihrer Regie als Aufsichtsrat mit einem negativen Betriebsergebnis abgeschlossen. Insgesamt beläuft sich der Verlust innerhalb dieser zwei Jahre auf ca. 3 Millionen Euro.

Als die Stadt Dresden im Mai 2008 ein Darlehen gab, um die bedrohliche finanzielle Situation des Vereins zu retten, musste die Mitgliedschaft die Autonomie des Vereins aufgeben und der städtischen Verwaltung per Satzungsänderung erhebliche Mitspracherechte einräumen. Sie haben durch ihr fehlerhaftes Verhalten diese Folgen maßgeblich herbeigeführt und damit zu verantworten, dass der Verein per se nicht mehr souverän und eigenständig agieren kann, sondern in Zukunft permanent auf das Wohlwollen von Dritten angewiesen ist. Ihnen muss außerdem zur Last gelegt werden, dass zur Verhinderung einer Insolvenz in dieser Saison die Logo- und Namensrechte an Herrn Dr. Kölmel aus Leipzig verpfändet wurden. Weil Sie Ihrer Kontrollpflicht als Organ nicht ausreichend nachgekommen sind, war es überhaupt notwendig, Herrn Dr. Kölmel um ein entsprechendes Darlehen zu bitten. Diese Bitte ließ sich Herr Dr. Kölmel entsprechend vergüten und könnte nun bei einem wiederholten Scheitern Ihrer Aufsichtsratsarbeit über die wichtigsten Rechte, die ein Verein überhaupt besitzen kann, frei verfügen. Es ist beschämend, wenn der Verein zukünftig Geld in die Hand nehmen muss, um seine eigenen Rechte wieder vollkommen zu erlangen, die Sie aus eigenverantwortlicher Not als Sicherheit abgegeben haben, um eigenes Fehlverhalten damit auszugleichen.

Der Aufsichtsrat ist das Kontrollorgan des Vereins und überwacht und fördert die Geschäftsführung in ihrer Tätigkeit. Er beschließt vor jedem Geschäftsjahr den von der Geschäftsführung vorgelegten Finanzplan und ggf. Nachtragshaushalte. Sie tragen daher die volle Mitverantwortung für die desolate Situation unseres Vereins und dürften bei einer ehrlichen Selbsteinschätzung wohl auch zu dieser Erkenntnis gelangen. Sowohl für das Geschäftsjahr 2006/2007 und 2007/2008 wurden die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat nicht durch die Mitgliederversammlung entlastet. Obwohl eine Mehrheit der Mitglieder Ihnen auf fragwürdige Weise nochmals im Frühjahr 2008 das Vertrauen ausgesprochen hat, konnten Sie dieses Votum nicht nutzen, um nachzuweisen, dass Sie als Gremium in der Lage sind, wirtschaftlich sinnvoll und solide zu arbeiten. Sie hatten damals schon kein Rückgrat, sich eigenes Fehlverhalten einzugestehen und durften weiter im Amt bleiben. Ein Jahr später bleibt einem nichts anderes übrig, als trotzdem eine katastrophale Bilanz ihrer bisherigen Amtszeit zu ziehen. Sie waren auch im laufenden Geschäftsjahr nicht in der Lage, vernünftig die Saison eines Drittligisten zu planen bzw. die Arbeit der Geschäftsführung unter diesen Gesichtspunkten zu überwachen und zu steuern. Im Ergebnis geriet unser Verein damit in eine absolut schlechte Verhandlungsposition, um im Zuge der Diskussionen zu den Stadionnutzungsverträgen ein besseres Ergebnis erzielen zu können. Durch Ihr fehlerhaftes Verhalten und das jahrelange Versäumnis, wenig Wert auf die langfristig konzeptionelle Vorbereitung in der Stadionfrage hinsichtlich notwendiger Voraussetzungen zum Betrieb, zur Nutzung und zur Refinanzierung zu legen, musste sich der Verein schließlich einem Vertragsentwurf beugen, der nicht umsonst von allen Seiten sehr kritisch bewertet wird. Dass nun auch Sie teilweise zu den schärfsten Kritikern der nun unterschriebenen Verträge gehören, kann wohl gut gemeint nur die Ironie des Schicksals sein.

Anstatt sich der eigenen Verantwortung für diese Knebelverträge bewusst zu werden und daraus die alternativlosen Konsequenzen zu ziehen, versuchen Sie nun, das eigene Ansehen dadurch zu retten, indem sie unverholen den derzeitigen Aufsichtsratsvorsitzenden, Herrn Hans Jürgen Tillig, dazu auffordern, von seinem Amt zurückzutreten. Jener Aufsichtsratsvorsitzende, der sich mehrheitlich gegen Ihren entgegengebrachten Widerstand durchsetzte, Stefan Bohne, aktuell Hauptgeschäftsführer der SG Dynamo Dresden, damit zu beauftragen, den Verein aus seiner misslichen Lage zu befreien und ein Konzept zu erstellen und umzusetzen, dass eine sportlich erfolgreiche Zukunft möglich erscheinen lässt. Genau diesen Kurs wollen Sie nun torpedieren, indem Sie eine Umwälzung im Aufsichtsrat vollziehen möchten, die vermutlich darauf begründet ist, einen eigenen, anderen Weg einzuschlagen. Sie nehmen damit sogar den Rücktritt von Hauke Haensel in Kauf, der angekündigt hat, nicht mehr als Präsident zur Verfügung zu stehen, wenn Hans Jürgen Tillig den Vorsitz im Aufsichtsrat unter Druck aufgeben muss. Die Frage muss erlaubt sein, ob Sie damit eventuell sogar verhindern wollen, dass die Aufarbeitungskommission, die von der Mitgliedschaft eingesetzt wurde, um nach Gründen und Hinweisen für Ihr Fehlverhalten zu suchen, in Ruhe arbeiten und zu aussagekräftigen Ergebnissen kommen kann? Oder ob sie eigene persönliche Interessen vor das Interesse stellen, den Verein wirtschaftlich sauber und solide in eine bessere sportliche Zukunft zu führen?

Sehr geehrter Herr Genschmar,
Sie sind von allen Aufsichtsräten am längsten im Gremium dabei. Sie waren auch schon 2003 im Aufsichtsrat, damals noch als kooptierter Vertreter des Fanprojektes, als die Mitgliedschaft mit der Bildung eines Ausschusses unter Führung des Aufsichtsrates den Grundstein legen wollte, damit sich der Verein langfristig auf die Vision eines neuen Stadions an der Lennéstraße vorbereiten konnte. An dieser Stelle haben Sie es versäumt, verbunden mit ihrer Tätigkeit als Dresdner Stadtrat, tatsächlich daran mitzuwirken, dass unser Verein von einem neuen Stadion an der Lennéstraße profitieren kann, anstatt daran zu kranken. Ihre Partei im Stadtrat hat durch eigensinniges und populistisches Verhalten bei der Abstimmung über das im Mai 2008 ausgereichte Darlehen dazu beigetragen, dass dem Verein überhaupt erst Bedingungen aufdiktiert worden sind. Wo war ihr Einsatz für einen unabhängigen und souveränen Verein? Oder hatten Sie Bedenken bezüglich ihrer eigenen Fähigkeit als Aufsichtsrat, weil sie es befürwortet haben, dass auch die Stadt Dresden nochmals auf die Planzahlen der Vereinsbilanz schaut, was im Ergebnis aber trotzdem null Wirkung zeigte? Offensichtlich nutzen Sie auch Ihre vermeintliche Popularität und das Zugpferd Dynamo regelmäßig dazu, um sich nicht nur innerhalb der Fangemeinde, sondern auch im öffentlichen Raum zu profilieren. Sie waren nachweislich daran beteiligt, als während der Ära Maas ein Teil der aktiven Mitgliedschaft und Fanszene immens diffamiert und bespitzelt worden ist.

Sehr geehrter Herr Riedel,
Sie wurden in den Aufsichtsrat gewählt, um der sportlichen Komponente im wichtigsten Organ des Vereins Rechnung zu tragen. Nachdem die Hinrunde der aktuellen Saison nicht entsprechend den Erwartungen, wiederum aber aus logischen Gesichtspunkten nicht überraschend verlief, weil sich finanziell schlechte Voraussetzungen immer auf den sportlichen Bereich auswirken, haben sie gemeinsam mit einigen „altinternationalen“ Spielern vergangener Epochen ein Ultimatum für Trainer Ruud Kaiser gefordert und standen sogar kurz davor, ihn entlassen zu wollen. Dies, obwohl für einen Trainerwechsel absolut keine finanziellen Mittel verfügbar waren. Aus heutiger Sicht muss man froh sein, dass sich Ihre Meinung zum Glück nicht durchgesetzt hat und der Verein weiterhin mit einem Trainer arbeiten kann, der die Sportgemeinschaft Dynamo Dresden wie kein anderer scheinbar so tief verinnerlicht hat, dass man das stets in seinen Äußerungen und seinem Verhalten spüren kann. Es darf daher an Ihren Fähigkeiten gezweifelt werden, ob Sie in der Lage sind, sportlich gesunde Bewertungen vorzunehmen und diese unter den erzwungenermaßen notwendigen finanziellen Rahmenbedingungen auch einschätzen können.

Sehr geehrter Herr Schäfer,
vor Ihrem Engagement im Aufsichtsrat waren sie kaufmännischer Geschäftsführer im Verein und wechselten sozusagen direkt vom operativen Geschäft in das kontrollierende Organ. Als Sie in der Mitgliederversammlung 2007 von den Mitgliedern in den Aufsichtsrat gewählt wurden, sprach man Sie vor der Wahl auf folgenden Fakt an. Der DFB zahlte allen Vereinen nach der Weltmeisterschaft 2006 eine sechsstellige Summe aus. Auch Dynamo Dresden erhielt etwa 600.000 Euro. In den Ausführungen bei der angesprochenen Mitgliederversammlung zum Geschäftsjahr 2006/2007 wurde ersichtlich, dass unser Verein einen Gewinn im kleineren sechsstelligen Bereich vorzuweisen hatte. Dies war allerdings nur möglich geworden, weil der DFB überraschend WM-Gelder zahlte und durch eine Verschiebung von Abschreibungskosten für das Nachwuchsleistungszentrum ein höherer Betrag keine negative Auswirkungen auf die Bilanz hatte. Als man Sie offen auf das Ergebnis ansprach und anmahnte, dass der positive Etat nur durch nicht einkalkulierte Gelder erreicht wurde, beim Ausbleiben dieser Finanzspritze aber ein Minusergebnis zu verzeichnen gewesen wäre, gaben Sie offen und unumwunden zu, etwas gepokert zu haben. Gepokert mit Vereinsgeld, für das Sie verantwortlich zeichneten. Die Briefwahlstimmen retteten Sie wohl in den Aufsichtsrat, wo Sie hätten beweisen können, seriös mit Vereinsgeldern zu arbeiten. Leider haben Sie diese Chance offensichtlich nicht genutzt und sind einerseits als ehemaliges Mitglied der Geschäftsführung für einen Etat verantwortlich, der ein Millionendarlehen und die Aufgabe der Vereinssouveränität zur Folge hatte und andererseits dafür, dass ein zweites Millionenloch entstand, dass Sie als ein Mitglied des Finanzausschusses im Aufsichtsrat nicht verhindern konnten. In diesem Zusammenhang muss die Frage erlaubt sein, in welcher Form Sie, aber auch der Rest des Aufsichtsrates soweit Sorge dafür getragen haben, dass alle vorgelegten Zahlen der Geschäftsführung entsprechend geprüft worden sind. Das Ergebnis lässt daran zweifeln, dass diese Prüfung ausreichend und exakt durchgeführt wurde. Es ist bekannt, dass Sie in der Vergangenheit mehrfach sehr großzügig den Jugendbereich finanziell unterstützt und auch in Notsituationen persönlich einen finanziellen Anteil geleistet haben, um Etatlöcher auszugleichen. Als Mitglied des Aufsichtsrates war es allerdings primär Ihre Aufgabe, diese Löcher zu verhindern und gar nicht erst zuzulassen.

Sehr geehrter Herr Bohn,
als nachrückendes Mitglied sind Sie nach dem Rücktritt von Herrn Albrecht Leonhardt in den Aufsichtsrat gekommen. Im Zusammenhang mit der Forderung an Herrn Tillig, sein Amt als Vorsitzender aufzugeben, werden Sie als designierter Nachfolger gehandelt. In wie weit lässt sich Ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat eigentlich mit dem gleichen Mandat im Kontrollorgan des Handballregionalligisten HC Elbflorenz vereinbaren? Besteht nicht die Gefahr von Misstrauen in Ihre Person, wenn Sie Kenntnisse über die Vorgänge in unserem Verein, besonders in Verbindung mit der Akquise von Sponsoren erlangen, die dann ungefiltert auch im Interesse des angesprochenen Handballvereins liegen könnten? Aufgrund dieser Kombination ist es ratsam, wenn Sie ihr Engagement in den beiden Kontrollgremien überdenken und ggf. Konsequenzen daraus ziehen. Ein Tanz auf zwei Hochzeiten kann nicht im Interesse der SG Dynamo Dresden sein. Sie haben zudem entgegen der mehrheitlichen Meinung die ernsthafte Absicht geäußert, Herrn Markus Hendel, derzeit Geschäftsführer Marketing, weiterhin im Verein zu beschäftigen. Eine solche Maßnahme würde das Vertrauen in Sie als Person enorm beschädigen, denn Herr Hendel steht als langjähriger Geschäftsführer sinnbildlich für die Misswirtschaft der vergangenen Jahre im Blickpunkt. Eine Weiterbeschäftigung wäre daher das absolut falsche Zeichen, sowohl für die Mitglieder als auch für die zukünftigen Partner im Stadionbetrieb.

Sehr geehrter Herr Heinig,
Sie stehen einem Unternehmen vor, dass als Brustsponsor unserem Verein ohne Zweifel bisher große Dienste erwiesen hat. Erinnert sei an den Einstieg als Hauptsponsor im Rahmen der Aktion Brustsponsor. Sie haben ebenso intensiv und aktiv im Finanzausschuß an einer Verbesserung der kaufmännischen Entwicklung im Verein mitgewirkt. Alle diese Bemühungen sind jedoch erfolglos geblieben, da Sie in entscheidenden Punkten Ihrer Tätigkeit als Aufsichtsrat versagt haben – die Ergebnisse der letzten Jahre sprechen für sich. Während Ihrer Mitgliedschaft im Aufsichtsrat stand der Verein mehr als einmal am Rand der Insolvenz und nur durch die außerordentliche Hilfe des Steuerzahlers wurde die endgültige Pleite bisher verhindert.

Sehr geehrte Wahlaufsichtsräte,
das ausgesprochene Vertrauen der Mitgliedschaft zur Außerordentlichen Mitgliederversammlung im Mai 2008 ist augenscheinlich mittlerweile gänzlich und irreversibel aufgebraucht. Es ist daher nicht mehr möglich, ihre Arbeit so zu bewerten, dass man davon ausgehen kann, dass gerade Sie in der verantwortungsvollen Position dafür sorgen können, die SG Dynamo Dresden zukünftig wieder in ruhige Gewässer zu führen. Mit dem Ende der Ära Mulansky und den personellen Änderungen im Aufsichtsrat, ermöglicht durch die Kooptierungen des Ehrenrates, des Jugendrates und der Fangemeinschaft Dynamo, verbunden mit dem Neuanfang auf der Position des Hauptgeschäftsführers, schauen alle Fans und Mitglieder des Vereins positiv nach vorn. Diese Hoffnung hat allerdings nur dann Substanz, wenn die Neuausrichtung des Vereins nicht an Personen geknüpft ist, die in erheblichem Maß in der Vergangenheit dafür verantwortlich waren, dass nicht nur bei den Mitgliedern das Maß sprichwörtlich voll ist, sondern auch bei der Stadt als kommunaler Partner das Vertrauen nach den neuerlichen Offenbarungseiden nachweislich zerstört ist. Auf der Mitgliederversammlung im November 2008 wurden die Mitglieder wiederholt über die tatsächliche finanzielle Situation des Vereins im Unklaren gelassen und belogen. Wenn auch Sie selbst als Aufsichtsrat nicht darüber referiert haben, so haben sie doch konsequent nicht reagiert, als uns die Geschäftsführung im Zusammenspiel mit Herrn Mulansky falsche Zahlen auf den Tisch gelegt hat. Ihr ungeprüftes Vertrauen in die Arbeit des Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Mulansky hat dem Verein offenkundig enormen Schaden zugefügt. Diese Tatsache allein rechtfertigt die Forderung nach einem Rücktritt der Wahlaufsichtsräte.

Im Ergebnis der nicht wahrheitsgemäßen Darstellung der Situation im Verein haben Sie es billigend in Kauf genommen, dass auch die Stadt Dresden als Partner und Gläubiger bewusst durch die handelnden Personen und Vertreter des Vereins belogen wurde. Die Außendarstellung des Vereins hat darunter massiv gelitten. Der Aufsichtsrat war durch den internen Finanzausschuss direkt an der Planung und Überwachung der Finanzen beteiligt. Es muss sicherlich nicht ausführlich erklärt werden, welche zusätzlichen Folgen dies augenscheinlich für die Verhandlungen zu den Stadionverträgen hatte, wenn auch der Stadt gänzlich das Vertrauen, dass noch im Mai 2008 so unerschütterlich gewesen war, verloren gegangen ist. Es gibt kein Argument, warum nun gerade Sie dafür geeignet sein sollen, dieses Vertrauen wieder aufzubauen. Der Stadtrat hat mit dem JA zu den ausgehandelten Stadionverträgen zusätzlich die Empfehlung beschlossen, dass sämtliche Vorgänge und Verantwortlichkeiten überprüft und den Mitgliedern vorgestellt werden, die zum finanziellen Fiasko geführt haben. Dies soll bis Ende des Jahres auf einer Mitgliederversammlung geschehen. Die Aufarbeitungskommission arbeitet bereits intensiv. Sie, sehr geehrten Wahlaufsichtsräte, können bereits zum jetzigen Zeitpunkt ein einziges Mal Charakter und Souveränität zeigen, indem sie die Verantwortung übernehmen und zurücktreten, um den Prozess zu beschleunigen, einen ernsthaften und nachvollziehbaren Neuanfang im Verein zu ermöglichen.

Daher fordern wir Sie auf, ihr Mandat als Aufsichtsrat der SG Dynamo Dresden abzugeben und damit die Konsequenzen Ihrer Arbeit zu tragen, um den Weg für Neuwahlen des Aufsichtsrates frei zu machen. Sie könnten mit diesem Schritt ein klares Bekenntnis für einen ehrlichen und ernstgemeinten Neuanfang in unserem Verein gegenüber Fans, Mitgliedern, Sponsoren, Geschäftspartnern, der Stadt, dem DFB und der Öffentlichkeit abgeben.

Die satzungsgemäße Arbeit des Aufsichtsrates wird durch die bereit stehenden Nachrücker, sowie die Besetzung des Stimmaufsichtsrates mit Mandat des Jugendrates weiter gewährleistet. Zur nächsten Mitgliederversammlung können vakante Mandate bzw. der gesamte Aufsichtsrat dann ordentlich gewählt werden. Nur so kann der Mitgliedschaft und unseren Partnern ein wahrhaftiger Neuanfang vermittelt werden und Ruhe in den Verein einkehren.

Dresden, den 30.04.2009

Unterzeichner:
ProFans | Ultras Dynamo | Fangemeinschaft Dynamo e.V. | Pro RHS

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