Stadionverbote und Konfiszierung von Spruchbändern im Rudolf-Harbig-Stadion

Letzte Woche klingelte der Postbote wieder an vielen Türen von Dynamofans. Genial, ein persönliches Einschreiben von meinem geliebten Verein Dynamo Dresden. Womit hat man diese Ehre denn verdient? Der Inhalt leider kein Dankesschreiben wegen jahrelanger Treue zur SGD, Nein, Stadionverbot für die nächsten drei Jahre! Aus fadenscheinigen Gründen oder, dank BGH-Urteil, beliebiger eingeleiteter Ermittlungsverfahren, soll der gemeine Fan da für sehr lange Zeit von den Rängen aussortiert werden.

Anzeigen sind einem heutzutage Dank »Szenekundigen Beamten« und dem »Ihre Wache«-Sicherheitsdienst von Sören Klar schnell angedichtet und eingeleitet. Aufhebungs- und Anhörungsverfahren zu Stadionverboten ziehen sich in Dresden hingegen leider teilweise über Jahre hin. Die Mühlen mahlen da sehr langsam, aber sicherlich nicht mit Absicht. Die Jungs auf der Schießgasse haben schließlich „viel um die Ohren“. Das krasse Gewaltproblem und die ganzen Jugendlichen da aus dem K-Block die sich da immer mehr organisiert zusammenschließen, das nervt Hammer. Blanke Anarchie also in Dresden, viel zu viele Dynamofans weichen von der DFB Norm „Eintritt zahlen, Platz nehmen, applaudieren, Schnauze halten, nach Hause gehen“ gezielt ab, da gilt es natürlich dazwischen zu funken!

Kurioserweise soll man am nächsten Tag, wieder einmal, für die Rettung des Vereins vorm Rathaus demonstrieren, fleißig spenden oder als Mitglied Sonderumlagen leisten. Und das alles nur weil „die da oben“ mal wieder kräftig Scheiße gebaut haben und die Kohle irgendwo verbrannt wird! Aber was tut man nicht alles für Dynamo. Schließlich will man nicht die gleiche Situation wie in Zwickau erleben, wo nach der Insolvenzanmeldung auch alle »Offiziellen« verschwunden sind und nur die Fans und Ultras retten, was zu retten ist. Also werden Freitags bis spät in die Nacht noch Spruchbänder gemalt und geklebt, die alle Bürger von Dresden dazu aufrufen sollen, für den Fußballverein Dynamo und den Sport in Dresden mal paar Euro locker zu machen. Ehrensache, macht man doch gerne!

Am Spieltag dann die Ernüchterung, am Eingang wird man vom Fan- und Sicherheitsbeauftragten gebührend empfangen und die Spruchbänder werden sogleich konfisziert und weggeschlossen! Grund: Nicht offiziell angemeldet! Wer spätestens jetzt denkt er wäre im falschen (Dynamo-) Film, der irrt. Schikanen, Verbote und Versuche einzelne Fangruppen bei Dynamo gezielt zu sabotieren, kennt man ja besonders aus der Ära Bernd Maas. Diese Versuche sind bekanntlich allesamt fehlgeschlagen, die feinen Herren über alle Berge abgehauen und nie mehr gesehen. Die Fanszene dadurch nur näher zusammengerückt und gestärkt! Aber Spruchbänder, die zu Spenden für den Verein und Sportstadt aufrufen, zu verbieten, dass hat es noch nie gegeben. Um dem ganzen noch einen drauf zu setzten, sollen in Zukunft Fans die sogenannte „nicht genehmigte Banner“ im Stadion präsentieren, durch Dynamo eine Anzeige sowie Stadionverbot erhalten. Die Dynamo-Diktatur lässt grüßen.

Die Fancharta besagt zwar, dass Spruchbänder vorher rechtzeitig beim Fanbeauftragten angemeldet werden müssen, aber worin liegt der Sinn darin? Spruchbänder leben von ihrer Spontanität, ihrem Witz, der freien Meinungs- und Kritikäußerung die Fans im Stadion schließlich haben sollten. Oder doch nicht? Wozu dann diese sinnlose Anmeldeschikanen? In der Vergangenheit wurden auch Spruchbänder nicht vorher angemeldet, die zuständigen Leute schauten am Spieltag kurz drüber und gut! Es handelt sich hierbei schließlich nicht um eine Choreo, auf dessen Umfang sich vielleicht irgendwelche Institutionen irgendwie einstellen müssten. Umso bedenklicher ist die Entwicklung in den letzten Wochen und Monaten. Da es hier wohl nur um Gängelung und Seitenhiebe gegen bestimmte Fangruppen geht, liegt auf der Hand. Diese Leute die das veranlassen, tragen Dynamo nicht im Herzen, sie stehen nur auf der Gehaltsliste und wollen sich profilieren. Funktionäre, Manager und Präsidenten etc. haben wir in den letzten Jahren bei Dynamo Dresden kommen und gehen gesehen. Sie hinterließen leider oft genug einen Scherbenhaufen, an dem unser Verein noch bis heute zu leiden hat. Was allerdings immer geblieben ist, das sind wir, die sogenannten Fans. Oft genug durch Medien als „Chaoten und Unbelehrbare“ gescholten und diskriminiert!

Da freie Meinungsäußerung von Fans, sowie Spendenaufrufe im Rudolf-Harbig-Stadion wohl leider nicht mehr erwünscht sind, gibt es unsere Botschaft an alle Dynamofans und Bürger von Dresden, denen unsere Sportstadt am Herzen liegt, hier und jetzt! Ganz ohne lästige Anmeldeschikanen und Ordnerterror, einfach so !

Mach mit! Hilf Dynamo und unterstütze den Sport in Dresden!

Weitere Infos gibt’s auf http://sportstadt-dd.de/

ULTRAS DYNAMO im Jahre 2010

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1 Kommentar zu „Stadionverbote und Konfiszierung von Spruchbändern im Rudolf-Harbig-Stadion“

  • Timo sagt:

    So eine Willkür würde glaube ich keiner hinnehmen, weder im Fussball noch irgendwo anders. Ihr habt meine volle Unterstützung!

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